Geschichte des Sportvereins SV Alemannia Waldalgesheim 1910 e. V.

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Im Jahre 1910 wurde unser Verein von den folgenden 15 Kameraden, die von den Idealen des Sports begeistert waren, unter dem Namen SPORTVEREIN ALEMANNIA WALDALGESHEIM gegründet:

Kemmerle, Johann (1. Vorsitzender)
Lerner, Heinrich
Netterdon, Wilhelm
Palm, Philipp (Schriftführer)
Netterdon, Friedrich
Genzler, Johann
Jung, Heinrich (Kassierer)
Mehlig, Philipp
Mehlig, Philipp
Klemann, Andreas
Mehlig, Johann
Bootz, Franz
Spiel, Ferdinand
Bootz, Josef
Schitthof, Heinrich

Die Leitung des Vereins übernahm Kamerad Johann Kemmerle. Erster Kassierer wurde Kamerad Heinrich Jung, dessen Lokal gleichzeitig zum Vereinslokal gewählt wurde. Somit kann unser Vereinslokal mit dem Sportverein zusammen sein 60jähriges Jubiläum feiern. Kamerad Jung war es auch, der durch die Zurverfügungstellung einer Wiese die Möglichkeit zu der fußballsportlichen Betätigung schuf und sich in der Folge als einer der idealgesinntesten und eifrigsten Mitglieder und Förderer des Vereins erwies. So konnte der SV Alemannia bereits im Gründungsjahre 1910 erfolgreich an den Fußballwettkämpfen teilnehmen, und es bahnte sich eine günstige Entwicklung an, die dann durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges ernsthaft gestört wurde. Zwar war es möglich, unter der Leitung der Sportkameraden Andreas Klemann und anschließend unter Kamerad Heinrich Hetzel, noch eine Zeitlang dem Rasensport zu huldigen. Doch infolge der durch den Krieg bedingten Abgänge kam der Sportbetrieb nach und nach zum Erliegen. Unter Führung unseres Mitbegründers, des Kameraden Heinrich Schitthof, wurde nach Beendigung des ersten Weltkrieges eine Sechser- Mannschaft aufgestellt, die lange Jahre hindurch erfolgreiche Kämpfe bestritt. Schließlich konnte im Zuge der allgemeinen Neuordnung des Fußballsportes auch eine Elfermannschaft aufgestellt und der Verein dem Deutschen Fußballbund eingegliedert werden.

Nach einem berufsbedingten Wegzug des Kameraden Heinrich Schitthof oblag in der Folgezeit den Kameraden Heinrich Jung, Jakob Schitthof, Peter Reutershan und Georg Huy die Leitung der Vereinsgeschicke. Im Jahre 1923/24 pachtete der Verein in der Genheimer Gemarkung einen Platz zur Austragung der Spiele. Es entwickelte sich ein flüssiger Spielbetrieb, und die Aktiven unseres Vereins wurden 1926/27 -ungeschlagen - Meister der C=Klasse und bereits im folgenden Spieljahre 1927/28 Meister der B=Klasse.

Die endgültige Lösung der Sportplatzfrage ließ bis 1930 auf sich warten. Es war das Verdienst der Kameraden G. Huy, Hch. Jung und H. Schitthof, nach langwierigen Verhandlungen zu erreichen, dass Dank der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Peter Bopp dem SV Alemannia ein Platz an der Siedlung zugewiesen wurde, bei dessen Herrichtung sich die Vereinsmitglieder und Sportanhänger rege beteiligten.
Im Jahre 1935 wurde in schlichter Weise das 25jährige Vereinsbestehen gefeiert. Im Mittelpunkt stand das Jubiläumstreffen gegen Hassia Bingen, das unsere Mannschaft mit 0:4 verlor. Nach einem zeitweiligen Abstieg in die C-Klasse konnte 1938 wieder der Aufstieg in die B-Klasse erkämpft werden. Das Entscheidungsspiel gegen den VfR Simmern gewann unsere Mannschaft mit 2:1.

Infolge des Ausbruchs des zweiten Weltkrieges musste die erste Mannschaft den Spielbetrieb einstellen, während die Jugendmannschaft unter Führung unseres langjährigen, treuen Mitgliedes, des Kameraden Franz Mehlig, auch unter schwierigen Verhältnissen weiterspielte. Schließlich konnte im Jahre 1946 unter der Vereinsführung des Kameraden Alois Hauck wieder eine 1. Mannschaft aufgestellt werden, wenn auch dem Verein von der damaligen Besatzungsbehörde die Führung des Namens Alernannia" verboten war. Der sportliche "Alemannengeist" indessen blieb von dieser voreiligen und unverständlichen Maßnahme unberührt, und schon im darauffolgenden Spieljahr 1947/48 schaffte unsere tapfere Mannschaft den Aufstieg von der Kreisklasse Kreuznach in die Bezirksklasse Nahe. 1948 wählte die Generalversammlung den Kameraden Hans Kunz zum 1. Vorsitzenden. Sein Nachfolger im Spieljahr 1949/50 wurde Georg Huy. Nun konnte auf schriftlichen Antrag der Vereinsleitung und auf Vorsprache unseres bewährten Aktiven und Trainers, des Kameraden Josef Weinheimer, beim Verband die Umgliederung unseres Vereins vom Bezirk Nahe in den Bezirk Rheinhessen erreicht werden, was dem Spielbetrieb einen beachtlichen technisch-wirtschaftlichen Erfolg brachte.

Im Mai 1950 wurde das 40jährige Vereinsjubiläum festlich und mit einem ausgewählten Programm begangen. Am Vorabend fand im Anschluss an eine Totenehrung am Ehrenmal im Vereinslokal Jung ein Kommers mit der Ehrung der Gründer statt.
Am eigentlichen Festtag war auf unserem Sportplatz während des ganzen Tages Hochbetrieb. Ein wohlorganisiertes Pokalturnier sowie ein Werbespiel unserer 1. Mannschaft gegen den FC Godesberg zogen viele Besucher an. Durch den Aufbau einer gut funktionierenden Lautsprecheranlage sowie das den flott verlaufenden Spielbetrieb begleitende Platzkonzert der heimischen Musikkapelle kamen alle Festteilnehmer auf ihre Kosten. Für das Vereinsleben bedeutete dieses Jubiläum einen Höhepunkt, der zugleich zu weiterer sportlicher Betätigung anspornte. Unsere Mannschaft spielte 1949/50 in der Landesliga Rheinhessen- Nahe. Neben der 1. Mannschaft bestand aber auch eine zweite Mannschaft und eine dem runden Leder verschworene Jugend, die beide in Leistung und Kameradschaft der ersten Mannschaft nicht nachstehen wollten. Im Jahre 1950/51 erfolgte mit der Gründung des Südwestdeutschen Fußballverbandes eine straffere Organisation des Spielbetriebes. Nach einem erfolgreichen Entscheidungsspiel unserer 1. Mannschaft gegen den FC Tiefenstein an der Heidemauer in Bad Kreuznach (2:1) erreichten wir die 2. Amateurliga. Leider musste im Jahre 1953 der bisherige 1. Vorsitzende, Kamerad Huy, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. In Anerkennung und Würdigung seiner besonderen Verdienste wurde Kamerad Huy von der Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wurde Kamerad Dr. Schmidt. Unsere Sportplatzanlage wurde im Zuge der Flurbereinigung verlegt und erweitert, Bei der Gestaltung und Anlage des neuen Sportfeldes zeichnete sich unser früherer Aktiver in der 1. Mannschaft und Vereinsidealist, Valentin Dietz, besonders aus, in dem er jede freie Stunde für den Verein opferte. Am 30. Mai 1954 erfolgte die Neueinweihung des Sportplatzes. Im Mittelpunkt stand das Treffen unserer 1. Mannschaft gegen den Nachbarverein FC Teutonia Weiler. In den Jahren 1954 bis 1957 trat infolge Spielerausfalls und anderer widriger Umstände ein spürbarer Rückgang im Sportgeschehen des Vereins ein. In dieser Zeit war es für den 1. Versitzenden, unseren Kameraden Franz Mehlig, und den gesamten Vorstand nicht immer leicht, den Verein zusammen zu halten und ernsthafte Krisen, wie sie in jedem Verein auftreten, zu überwinden. Es folgte der Abstieg in die A-Klasse und ein Jahr später der Abstieg in die B-Klasse.
In der Generalversammlung des Jahres 1957 wurde Kamerad Daniel, Hauptlehrer der kath. Volksschule Waldalgesheim, mit der Leitung des Vereins beauftragt. Im Spieljahr 1957/58 wurde unsere 1. Mannschaft Pokalmeister der B-Klasse des Kreises Bingen. Das Jahr 1958/59 brachte für unsere inzwischen verjüngte 1. Mannschaft, die sich tapfer schlug, den Wiederaufstieg in die A-Klasse Rheinhessen-Nord. - Bei den Amtspokalspielen 1952/53/54 erkämpfte unsere 1. Mannschaft in siegreichen Begegnungen im Amtsbezirk die Führung und kam in den dauernden Besitz des von Herrn Amtbürgermeister Römer, gestifteten Wanderpokals.

Im Jahre 1960 konnte die Alemannia auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Unter der Schirmherrschaft des Verbandsbürgermeisters Max Römer fand am 14. und 15. Mai 1960 im Saale Jung die Jubiläumsfeier statt. In der folgenden Generalversammlung im Juli 1960 wurde Sportkamerad Fritz Zimmermann zum neuen Vorsitzenden gewählt, der dieses Amt bis Juli 1965 bekleidete. Unter seiner Regie wurde nach dem Vorschlag des Geschäftsführers Franz Mehlig eine Vereinsfahne angeschafft. Unter der Patenschaft von Ehrenpräsident Georg Huy erfolgte die Fahnenweihe am 26.5.1962. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zur A-Klasse Rheinhessen - Nord musste unsere 1. Mannschaft leider in die B-Klasse des Kreises Bingen absteigen. Zwecks Stärkung der Vereinskasse hatte sich der Vorstand Anfang 1965 entschlossen, auf dem Sportgelände Siedlung eine Halle zwecks Abhaltung von Sportfesten zu errichten. Das erste Sportfest fand am 27.6.1965 verbunden mit einem Turnier statt. Mit dieser Sporthalle wurde auch verschiedenen Ortsvereinen die Möglichkeit gegeben, ebenfalls Veranstaltungen abzuhalten. Nachdem Sportkamerad Fritz Zimmermann aus gesundheitlichen Gründen den Verein nicht mehr weiter führen konnte, übernahm Adolf Bremmer am 25.7.1965 als Vorsitzender die Führung des Vereins. Als weiterer Markstein in der Vereinsgeschichte ist die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bad Kreuznach am 27.5.1968 hervorzuheben.

Aufgrund der schnelllebigen und modernen Zeit hat sich der Vorstand mit dem Gedanken getragen, im Anschluss an die Sporthalle ein Sportheim zu errichten, und zwar durch Erstellung von Umkleideräumen, Duschanlagen , Toilettenanlagen, Geräteräumen etc. Nachdem unser Geschäftsführer Franz Mehlig einen Entwurf über das zu errichtende Sportheim gefertigt hatte, wurde der Beschluss gefasst, dieses Projekt zu verwirklichen. Bereits am 10.7.1968 erfolgte der erste Spatenstich und unter tatkräftigem und uneigenützigem Einsatz von vielen Vereinsmitgliedern konnte bereits am 6.8.1968 in einem würdigen Rahmen die Grundsteinlegung erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt war bereits der Rohbau fertiggestellt. Mit den Innenarbeiten ging es zügig vorwärts und bereits im August 1969 war das Werk vollendet. Das Sportfest im Jahre 1969 konnte somit schon in den neuen Räumen abgehalten werden. An dieser Stelle sei nochmals herzlichst für die Gewährung von Zuschüssen gedankt, die von der Gemeinde, dem Südwestdeutschen Fußballverband und dem Landkreis Kreuznach gewährt wurden.
Die Leistungen der Spieler erfuhren auch in diesem Jahr eine erhebliche Steigerung, so dass im Jahre 1968 der Aufstieg in die A-Klasse Rheinhessen-Nord gelang. Bereits im Spieljahr 68/ 69 standen wir als Neulinge an dritter Stelle und im Spieljahr 69/70 hatten wir die Vizemeisterschaft errungen.
Besonders zu erwähnen ist noch das Pokalspiel am 20.4.1969 gegen Hassia Bingen (II. Amateure), das wir unglücklich mit 2 : 1 verloren haben. Unvergesslich bleibt jedoch das große Pokalspiel am 31,5.1970 in Weiler gegen die Spielvereinigung Ingelheim, das wir nach Verlängerung mit 3:2 dank einer großartigen Leistung unserer Spieler gewonnen hatten. Das anschließende Pokalspiel am 21. 6. 1970 gegen FV Budenheim wurde souverän mit 2 - 0 gewonnen.

Möge der gute Geist im Verein und Vorstand und die Leistungen unserer Spieler in der Zukunft erhalten bleiben, damit die kommende Generation um den Bestand der Alemannia nicht zu bangen braucht.

Stadion an der Waldstraße • Waldstraße 2 • 55425 Waldalgesheim (Kreis Mainz-Bingen)    >>Anfahrt